Am 7.2.2017 verstarb unsere langjährige liebe Kollegin und Freundin. Noch zwei Tage zuvor hatten wir einen heiteren Tag zusammen verbracht – nun ist ihr Platz bei uns leer. Diese Leere ist nahezu „greifbar“, auch wenn wir es noch nicht „fassen“ können. Ja, wir wissen, der Tod kommt von einer Sekunde auf die andere und da es so ist, müssen wir uns damit auseinandersetzen, müssen lernen es auszuhalten.

Helga kam im Januar 2010 zu uns und hat all die Jahre unsere Arbeit mit vorangetrieben. Sie hat sich mit großem Interesse noch einmal in ein ganz neues Fachgebiet eingearbeitet und hatte viel Freude daran, so viel über Schriftstellerinnen zu erfahren. Literatur war ihr ein Anliegen, bis hin dass sie in den letzten Jahren sogar selbst Schreibwerkstätten besucht und sich an eigenen Texten versucht hat. Darüber hinaus hat sie in unsere Runde mit den lebendigen Berichten von ihren Aktivitäten immer wieder neue Anregungen hineingetragen. Ihr trockener Humor hat so mancher stressigen Situation die Spitze genommen. Sie konnte vieles mit heiterer Gelassenheit betrachten. In der langen Zeit der Zusammenarbeit ist das Miteinander immer intensiver geworden und so entstand neben der kollegialen Beziehung auch eine Freundschaft.

Was uns bleibt, ist eine große Dankbarkeit, dass wir sie kennen lernen und mit ihr zusammen sein durften. Nun hat sie uns für immer verlassen und der Schmerz darüber ist groß. Sie wird in unserer Erinnerung weiter leben.

Ich habe bei der Stiftung Frauen-Literatur-Forschung e.V. ein sechswöchiges Praktikum absolviert, welches mir so gut gefallen hat, dass ich anschließend etwa sieben Monate weiter ehrenamtlich mitgearbeitet habe. Meine Aufgaben während der gesamten Zeit waren sehr vielseitig und abwechslungsreich. Ich durfte alle Arbeitsbereiche kennenlernen, von der Arbeit mit der Datenbank und der Aufnahme und Recherche von biografischen und monografischen Daten der Schriftstellerinnen bis hin zu Scan- oder Bibliotheksarbeiten. Ich bin sehr dankbar, dass ich in einem so freundlichen und hilfsbereiten Arbeitsteam viel Neues lernen sowie schöne und interessante Erfahrungen machen konnte. Ich kann nur jedem nahe legen, sich mit der Stiftung Frauen-Literatur-Forschung e.V., ihren Arbeiten und dem Projekt „Datenbank Schriftstellerinnen Deutschland, Österreich und Schweiz 1945-2008“ zu beschäftigen, und empfehle auch gerne ein Praktikum bzw. ehrenamtliches Engagement, da man mindestens genauso viel lernt und zurückbekommt, wie man gibt.

Studentin: Ich habe 2012 im Rahmen meines Germanistikstudiums ein achtwöchiges Praktikum bei der Stiftung Frauen-Literatur-Forschung e.V. absolviert, welches mir sehr großen Spaß gemacht hat. Zu meinem Aufgabenbereich gehörte dabei vor allem die Recherche von Biografien und Werken Schweizer Schriftstellerinnen. Aufgrund der abwechslungsreichen und überaus spannenden Arbeit sowie dem herzlichen Stiftungs-Team habe ich anschließend noch einige Zeit ehrenamtlich weiter bei der Stiftung gearbeitet. Gerne denke ich an diese Zeit zurück und hoffe, dass diese literaturwissenschaftlich wichtige Arbeit weiterhin fortgesetzt werden kann!

gestorbenAm 4.3.2014 verstarb unsere langjährige Mitarbeiterin und Freundin nach langer schwerer Krankheit.

Brigittes Tod hat uns alle sehr berührt. Auch wenn wir im Laufe der Monate und der letzten Wochen ahnten, dass sie nicht wieder gesund werden wird, es bleibt eine der größten Herausforderungen in unserem Leben, wenn wir uns mit dem endgültigen Fortgehen eines so wunderbaren Menschen auseinandersetzen müssen. Mascha Kaléko sagt in ihrem Gedicht Memento „… bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur, doch mit dem Tod der andern muss man leben“. Damit „zu leben“, dies ist wirklich sehr, sehr schwer. Auch wenn man vielleicht schon etwas „vorbereitet“ war, schon einmal daran gedacht hat, wenn es dann geschehen ist, ist so viel Trauer und Schmerz da.

Wir kennen Brigitte seit 13 Jahren und haben sie sehr geschätzt. Sie war ein wunderbarer Mensch: stets zuversichtlich, hilfsbereit, voller Ideen. Sie hat so gut in unsere Projekt-Arbeit hineingepasst, sie hatte eine so hohe Kompetenz mit den sachlichen Dingen umzugehen und auch im zwischenmenschlichen Bereich. Sie war ein sehr wichtiges Mitglied in dem Arbeitsteam. Und sie war uns eine große Stütze! Ihre Fröhlichkeit, ihre Freundlichkeit, ihr Lachen hat uns oft angesteckt. Sie hatte auch eine chaotische Seite, ja, – aber das war eher eine Bereicherung, denn ein Hindernis. Denn: Wenn es darauf ankam, war sie da! Man konnte sich immer auf sie verlassen.

In der langen Zeit der Zusammenarbeit sind wir zusammengewachsen und so entstand neben der kollegialen Beziehung auch eine Freundschaft. Brigitte hat für unser Datenbank-Projekt und für die Stiftung Frauen-Literatur-Forschung e.V. sehr viel getan. Darüber hinaus hat sie sich in all den Jahren auch politisch engagiert. Das war ihr wichtig: für eine gerechtere Welt zu kämpfen. Sie hat mit großem Einsatz Veranstaltungen zum „Bedingungslosen Grundeinkommen“ organisiert und war in der Partei DIE LINKE ein aktives Mitglied.

Brigitte hat ihre Krankheit mutig, tapfer und mit unendlicher Geduld ertragen. Wir sind dankbar, dass wir sie kennen lernen und mit ihr zusammen sein durften. Nun hat sie uns für immer verlassen und der Schmerz darüber ist groß. Sie wird in unserer Erinnerung weiter leben.

Marion Schulz

...erinnert sich an Brigitte Kramm: Ich habe Brigitte während meiner ehrenamtlichen Tätigkeit (2003-2007) in der Stiftung Frauen-Literatur-Forschung e.V. kennengelernt. Wir haben so viel miteinander gelacht und wenn ich an sie denke, fällt mir sofort ihre hilfsbereite Art ein: So hat sie sich sofort bereit erklärt, meinen neuen Laptop einzurichten und hat mir auch bei der Arbeit oft den entscheidenden technischen Tipp gegeben! Sie hatte auch stets im Hinterkopf, was jemanden wohl interessieren könnte. Sie war dann auch diejenige, die eines Tages mit einer Stellenausschreibung ankam, die genau meinen Vorstellungen entsprach. Tatsächlich habe ich dann die Stelle bekommen. Brigitte hatte auch ständig viele Ideen: Auf der Terrasse vom Gebäude GW 2 in der Universität haben wir gern unsere Pausenzigaretten gemeinsam geraucht, und dabei fasste sie den Entschluss, endlich den verkrauteten Blumenkasten wieder neu zu beleben. Es wurde eine Pflanzaktion gestartet, an der sich alle Frauen engagiert beteiligten und Samen, Blumen oder Kräuter mitbrachten und natürlich auch danach regelmäßig gossen! Ihr Tod ist mir sehr nahe gegangen, natürlich auch gerade deshalb, weil sie in meinem Alter war.